Zweifamilienhaus der Familie Genç in Solingen-Mitte nach dem rechtsextremen Brandanschlag, bei dem im Mai 1993 fünf Menschen starben (Foto: Sir James, CC BY-SA 2.0 de).
Zweifamilienhaus der Familie Genç in Solingen-Mitte nach dem rechtsextremen Brandanschlag, bei dem im Mai 1993 fünf Menschen starben (Foto: Sir James, CC BY-SA 2.0 de).
In der DDR-Bürgerrechtsbewegung spielen Rechtsradikale keine Rolle. Mit dem Fall der Mauer drängen mehr westdeutsche Agitatoren nach Ostdeutschland und treffen auf gewaltaffine, rechtsradikal orientierte Subkulturen. 1990 beginnt eine lang andauernde Welle rechtsradikaler, antisemitischer und rassistischer Gewalt. Vorhandene und medial verbreitete Ressentiments gegen Geflüchtete und Migranten heizen rechtsradikale Akteure gezielt mit rassistischen Parolen an. Zahlreiche Übergriffe ereignen sich in beiden Teilen Deutschlands, darunter tagelange Pogrome. Staat und Gesellschaft reagieren zeitlich verzögert. Als sich die Radikale Rechte von Vereinsverboten erholt, formiert sie sich zu einer gesamtdeutschen rechtsradikalen Bewegung. Die Republikaner erreichen in Baden-Württemberg fast elf Prozent und auch die DVU zieht in vier Landesparlamente ein. Der seit den 1980er Jahren etablierte „Rechtsrock“ wird zum Ausgangspunkt massiver Gewalttaten und einer proto-terroristischen Organisierung, aus der auch der „Nationalsozialistische Untergrund“ hervorgeht.