Amerikanische Propaganda in Deutschland:
Der NS Kampfruf, Gerhard Lauck und die NSDAP/AO

Jahr
1977

Chronologie

1970–1979

Erscheinungsdatum

Digital Object Identifier
2976

Themenfelder

Ideologie und Publikationen
Organisation

Publikationsorgane

Text

Der Aufstieg Laucks und die NSDAP/AO

Das deutschsprachige propagandistische Mitteilungsblatt NS Kampfruf mit seinem griffigen Slogan „Trotz Verbot, nicht tot!“ ist eine der zentralen Quellen für die Geschichte des transatlantischen Rechtsextremismus. Von 1973 bis in die 1990er-Jahre verfasste, druckte und verbreitete dieses Blatt der wohl prominenteste in Deutschland und Europa tätige US-Neonazi: Gary Rex (Gerhard) Lauck (geb. 1953).[1] Lauck hatte 1972 die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei/Auslands- und Aufbauorganisation (NSDAP/AO) mit Sitz in Lincoln, Nebraska, gegründet. Wegen des Standorts im landwirtschaftlich geprägten mittleren Westen der USA wurde er auch als „Farm Belt Fuehrer“ bekannt. Ab Mitte der 1970er-Jahre stieg er zum wichtigsten Schmuggler von Nazi-Propaganda, einschließlich des NS Kampfrufs, nach Westdeutschland auf.

Lauck war deshalb so erfolgreich, weil er zum einen das amerikanische Recht auf Rede- und Pressefreiheit ausnutzte, um deutsche Zensurvorschriften zu umgehen, und weil er zum anderen enge Verbindungen zu führenden deutschen Rechtsextremisten aufbaute. Laut Feststellungen bundesdeutscher Behörden unterhielt Lauck von allen ausländischen Rechtsextremisten „die engsten Beziehungen“ zu westdeutschen Neonazis.[2] In den Worten eines ehemaligen Regionaldirektors der Anti-Defamation League: „Wenn wir über amerikanische Nazis reden, die in den letzten 50 Jahren international Einfluss gehabt haben, dann ist Gerhard wahrscheinlich die Nummer 1.“[3] Laucks engster Kontakt bestand zu Michael Kühnen. Als dieser 1979 in Bückeburg vor Gericht stand, wurde Lauck eigens als Zeuge eingeflogen. Zu seinem Netzwerk gehörten ferner Rechtsextreme wie Christian Worch, Ursula and Curt Müller, Paul Otte, Thies Christophersen, Christian Malcoci, Arnulf Priem, Wilhelm Wübbels und Gottfried Küssel.[4]

 

Strategien für den Versand und die Verbreitung der Propaganda

Ein gewichtiger Artikel im NS Kampfruf findet sich unter der Überschrift „Die Organisation“ auf der Titelseite der Ausgabe vom November/Dezember 1977. Darin erläutert Lauck die drei Hauptaufgaben der NSDAP/AO. Die erste sei demnach, „die ganze NS-Bewegung Deutschlands mit NS-Propagandamaterial zu versorgen.“ Hierbei betont Lauck, wie wichtig es sei, dass die Auslandszentrale in den USA angesiedelt sei, „wo ihre Legalität eine grossangelegte Propagandamaschine ermöglicht.“ Die zweite Aufgabe bestünde darin, Spenden zu sammeln, um Propagandamaterial zu finanzieren. Und als dritte Aufgabe nennt Lauck „die Bildung einer einheitlichen Organisation“ mit einem Zellensystem im Untergrund, in dem NSDAP/AO-Mitglieder zu zweit oder in kleinen Gruppen weitgehend unabhängig operieren könnten; dies solle es unwahrscheinlicher machen, dass sie gefasst würden.[5]

In einem anderen Artikel wird die Taktik der „Klebeaktionen“ erläutert, bei denen NSDAP/AO-Mitglieder allerorten Hakenkreuz-Aufkleber verteilten, um Deutschland in einen „wunderschönen Hakenkreuzgarten“ zu verwandeln.[6] Tatsächlich pappten deutsche Neonazis Hunderttausende von Laucks Aufklebern in zahllosen Städten auf Telefonmasten, Straßenschilder und andere Stellen. Auf den Aufklebern prangten Slogans wie „Wir sind wieder da!“, „Jetzt NSDAP“, „NS Verbot aufheben!“, „Ausländer raus!“, „Rotfront verrecke!“ oder „Kauft nicht bei Juden!“[7] Die Anschrift der NSDAP/AO war ebenfalls darauf angegeben, damit Interessierte beitreten oder spenden konnten: „NSDAP/AO, Box 6414, Lincoln, NE 68506 USA.“

Solche Materialien schickte Lauck mit der regulären internationalen Post nach Westdeutschland. Um deren Beschlagnahmen zu vermeiden, sandte er jeweils nur kleine Mengen an Postfächer; unter falschem Namen und mit geheimem Nummerncode konnten deutsche Neonazis diese Sendungen abholen und das Material bei ihren lokalen Treffen verteilen. Das antifaschistische presse- und bildungszentrum (apabiz) in Berlin bewahrt einen Umschlag mit einer solchen Sendung auf. Neben US-Briefmarken, auf denen patriotische Figuren wie George Washington und Thomas Jefferson abgebildet sind, klebt darauf ein Zollformular; um zu verschleiern, dass es sich um Propaganda handelt, ist die Sendung darauf auf Englisch als „religiöses Material“ deklariert.[8]

 

Das inhaltliche Spektrum des NS Kampfrufs

Heutigen Historiker*innen bietet die Lektüre von Artikeln aus dem NS Kampfruf etwa zum „Dritten Reich“ oder über das jeweilige Zeitgeschehen die Möglichkeit, Einblick in zeitgenössische neonazistische Anschauungen zu erhalten. Holocaustleugnung findet sich in dem Blatt zuhauf. In einer Ausgabe bestreitet Lauck beispielsweise, dass die Nationalsozialisten sechs Millionen Juden ermordet hatten, höhnt aber: „‚es wäre besser gewesen, wenn sechs und mehr Millionen Juden tatsächlich über den Umweg einer Gaskammer die Welt verlassen hätten‘“.[9] An anderer Stelle fordert einer der regelmäßigen westdeutschen Autoren, Juden als „‚gemeingefährliche Bestien… niederzumachen‘“; und in einem Artikel gegen die „‚minderwertigen und schmarotzenden Asylanten und Gastarbeiter‘“ werden diejenigen Deutschen, die sich um deren Integration bemühen, als „‚Mörder am eigenen Volk‘“ bezeichnet.[10] Mit dem Abdruck von Liedtexten, Gedichten und antisemitischen Karikaturen präsentiert der NS Kampfruf zudem kulturelle Quellen.

Der NS Kampfruf liefert lokale wie globale Perspektiven und er bietet einen Blick ‚von unten‘. So widmet sich z.B. die Rubrik „Frontberichte“ den Aktivitäten örtlicher NSDAP/AO-Zellen. Viele der Artikel sind von Unterstützer*innen verfasst, die aber oft anonym bleiben. Laufend abgedruckte Leserbriefe kamen aus Frankreich, Irland, Finnland, Polen, Südafrika, Indien und anderen Ländern. Das Blatt veranschaulicht zudem die Verwobenheit der Neonazi-Netzwerke: Unzählige Personen sind namentlich erwähnt; die Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige (HNG) schaltete Anzeigen, um Gelder für inhaftierte Neonazis aufzutreiben. Und während der Jugoslawienkriege in den 1990er-Jahren forderte der NS Kampfruf dazu auf, nach Zagreb zu gehen, um an der Seite kroatischer Extremisten zu kämpfen.

Überdies war der NS Kampfruf daran beteiligt, auch anderweitig Propaganda zu verbreiten: Neonazi-Kongresse überall auf der Welt wurden angekündigt oder übersetzte Reden und Texte ausländischer Extremisten veröffentlicht, etwa vom amerikanischen Neonazi Frank Collin.[11] Bestellformulare boten Leser*innen die Möglichkeit, zusätzliches Propagandamaterial aus den USA zu beziehen: Hakenkreuz-Aufkleber und -Fahnen, Kassetten und Schallplatten mit Liedern und Reden von Nazis, Filme wie Leni Riefenstahls Triumph des Willens, Bücher wie Hitlers Mein Kampf oder Thies Christophersens Auschwitz-Lüge sowie Nachbildungen des NS-Mutterkreuzes und des SS-Kragenabzeichens oder Dolche mit Hitlers Konterfei.

 

Wirkungsvoller Einfluss und die Herausforderungen internationaler polizeilicher Verfolgung

Laucks Propaganda fand weite Verbreitung und weckte internationales Medieninteresse. Die NSDAP/AO baute deutschlandweit Ortsgruppen und Gaue auf. Bei Verhaftungen und Ermittlungsverfahren gegen westdeutsche Neonazis der unteren Ränge fand die Polizei in den Wohnungen der Beschuldigten regelmäßig den NS Kampfruf, Hakenkreuz-Aufkleber und andere NSDAP/AO-Propaganda.[12]

Diese Art, Propaganda zu betreiben, offenbarte zugleich Schwierigkeiten bei der polizeilichen Verfolgung transnational agierender Neonazis. Die NSDAP/AO wurde zwar 1974 in der Bundesrepublik als verfassungswidrig verboten, und Lauck 1976 abgeschoben, nachdem er in Mainz beim Verlassen eines Zugs mit einem Koffer mit 20.000 Hakenkreuz-Aufklebern erwischt worden war.[13] Doch berichtete das Bundesamt für Verfassungsschutz 1979, dass Lauck trotz seiner Abschiebung Propagandamaterial an ca. 25 Neonazi-Gruppen und damit an etwa 1.300 Rechtsextreme in Deutschland geliefert habe – das Amt bezeichnete dies als „verbalterroristisches Engagement“.[14] Bundesdeutschen Behörden fiel es schwer, Lauck zu belangen, da er amerikanischer Staatsbürger war und seine Propaganda von Nebraska aus verbreitete.

Obendrein sorgte Laucks Propagandamasche für zwischenstaatliche Spannungen. Die Bundesregierung zeigte sich wiederholt verärgert, weil das amerikanische FBI (abgesehen davon, gelegentlich Beamte zum Haus von Lauck zu schicken) nicht zum Eingreifen bereit war, da es den NS Kampfruf nicht als Bedrohung der amerikanischen Sicherheit wertete.[15] In den späten 1980er-Jahren versuchte das Auswärtige Amt auf Grundlage des deutsch-amerikanischen Zollabkommens die Beschlagnahmung von Laucks Propagandamaterial vor dessen Versendung zu erreichen. Beamte der US-Botschaft lehnten dieses Ansinnen jedoch unter Hinweis auf die im ersten Verfassungszusatz verankerte Rede- und Pressefreiheit ab; stattdessen schlugen sie vor, die Propagandasendungen erst dann zu beschlagnahmen, wenn sie die westdeutsche Grenze erreichten.[16]

 

Laucks Vermächtnis im Internet-Zeitalter

In den 2000er-Jahren ging der Einfluss des NS Kampfrufs und der Hakenkreuz-Aufkleber zurück. Interpol hatte Lauck 1995 in Dänemark verhaftet und nach Hamburg ausgeliefert. Vor Gericht konnte ihm in fast 40 Fällen die Verbreitung von NS-Propaganda nachgewiesen werden; er wurde zu vier Jahren Haft in Deutschland verurteilt.[17] Seine Verhaftung war mit der Operation Atlantik II des Bundeskriminalamts zusammengefallen, bei der lokale Polizeikräfte (mit Hilfe von FBI-Informationen) 80 Wohnungen in 15 Bundesländern durchsucht, 56 Personen verhaftet sowie Waffen und NSDAP/AO-Propaganda beschlagnahmt hatten.[18]

Im Jahr 2000 kehrte Lauck nach Nebraska zurück und passte sich der heraufziehenden Internet-Ära an. Mit Online-Chatrooms, die international agierenden Neonazis nie zuvor dagewesene anonyme Kommunikationsmöglichkeiten boten, verlor der Versand von gedruckter Propaganda weiter an Bedeutung. So schuf Lauck 2001 die Web-Hosting-Plattform zensurfrei.com, mit deren Hilfe Extremisten ihre Webseiten sicher auf amerikanischen Servern unterbringen können.[19]

(Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Georg Wamhof)

 


[1] Dieser Text beruht auf meinem längeren Artikel: Michelle Lynn Kahn, The American Influence on German Neo-Nazism: An Entangled History of Hate, 1970s–1990s, in: Journal of Holocaust Research 35 (2021), H. 2, S. 91–105.

[2] Schreiben Bundesministerium des Innern (BMI) an Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), betr. Zusammenarbeit deutscher rechtsextremistischer Gruppen mit Rechtsextremisten im Ausland, 11.1.1980, Bundesarchiv (BArch), B 106/101996.

[3] Bob Wolfson, zit. nach Carson Vaughan, The Farm Belt Führer: The Making of a Neo-Nazi, The Guardian, 6.7.2017, https://www.theguardian.com/world/2017/jul/06/neo-nazi-gerhard-lauck-nebraska-antisemitism (letzter Zugriff: 26.1.2024).

[4] Hinsichtlich der Verbindung Laucks zu Otte siehe: Annelotte Janse, From Letters to Bombs: Transnational Ties of West German Rightwing Extremists, 1972–1978, in: Behavioral Sciences of Terrorism and Political Aggression 14 (2022), H. 3, S. 241–258.

[5] N.N., Die Organisation, NS Kampfruf (Nov./Dez. 1977), Nr. 23, S. 1, Fortsetzung S. 3 und 4 (Hervorheb. im Orig.).

[6] Die Strategie der NSDAP/AO, NS Kampfruf (Jan./Feb. 1987), Nr. 98, S. 3.

[7] Viele Beispiele dafür finden sich im antifaschistischen pressearchiv und bildungszentrum (apabiz), Berlin.

[8] Umschlag, 1978, apabiz, Ordner „NSDAP/AO“.

[9] Zit. nach Schreiben BfV an BMI, betr. Die Bedeutung der neonazistischen Agitation aus Nordamerika für die Aktivitäten deutscher NS-Gruppen, 18.6.1980, BArch, B 106/101996.

[10] Zit. nach Schreiben BfV an Referat für Öffentlichkeitsarbeit, betr. Neonazistische Agitation aus dem Ausland, 2.2.1982, BArch, B 106/101997.

[11] Frank Collin, Vietnam-Chicago Stil!, übersetzt von Hans von Thenen, NS Kampfruf 4 (Sommer 1976), H. 18, S. 1.

[12] Neben vielen anderen siehe z.B.: Hakenkreuze aus den USA importiert, Süddeutsche Zeitung, 24.6.1975; Hakenkreuze im Spind, die tat22.9.1978; Gewehre und Bajonette – NS-Anführer ins Ausland, Die Neue10.8.1979.

[13] Paul Lansing/John D. Bailey, The Farmbelt Fuehrer: Consequences of Transnational Communication of Political and Racist Speech, in: Nebraska Law Review 76 (1997), H. 3, S. 653–678, hier S. 656.

[14] Dem NS-Propagandisten Lauck sicheres Geleit zugesagt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.6.1979.

[15] Diese Information beruht auf vertraulichen FBI-Dokumenten, die der Autorin aufgrund des U.S. Freedom of Information Act (FOIA) zugänglich waren.

[16] Auswärtiges Amt, betr. Zollrecht; hier: zollrechtliche Maßnahmen gegen neonazistische Propaganda, 20.1.1987, Politisches Archiv des Auswärtigen Amts (PAAA), B 85-REF.511/1823.

[17] Stephen E. Atkins, Encyclopedia of Right-Wing Extremism in Modern American History, Santa Barbara: ABC-CLIO, 2011, S. 111.

[18] Lansing/Bailey, The Farmbelt Fuehrer, S. 658f.

[19] Abraham H. Foxman/Christopher Wolf, Viral Hate: Containing Its Spread on the Internet, New York: St. Martin’s Press, 2013, S. 24.
 

Auswahlbibliografie
  • Paul Lansing/John D. Bailey, The Farmbelt Fuehrer: Consequences of Transnational Communication of Political and Racist Speech, in: Nebraska Law Review 76 (1997), H. 3, S. 653–678.

  • Annelotte Janse, From Letters to Bombs: Transnational Ties of West German Rightwing Extremists, 1972–1978, in: Behavioral Sciences of Terrorism and Political Aggression 14 (2022), H. 3, S. 241–258.

  • Michelle Lynn Kahn, The American Influence on German Neo-Nazism: An Entangled History of Hate, 1970s–1990s, in: Journal of Holocaust Research 35 (2021), H. 2, S. 91–105.

Quelle:

015 NS Kampfruf

Text/Transkript

DIE ORGANISATION

Die NSDAP-AO

Die NSDAP-AO ist gleichzeitig die Auslandsorganisation und die Aufbauorganisation der NSDAP. Sie ist die groesste NS-Kampforganisation im heutigen Deutschland. Innerhalb Deutschland und der Ostmark ist die NSDAP-AO in vielen, voneinander unabhaengig arbeitenden Zellen organisiert, die von der NSDAP-AO Auslandszentrale ko-ordiniert und mit Propagandamaterial versorgt werden. Diese Auslandszentrale befindet sich in Amerika, wo ihre Legalitaet eine grossangelegte Propagandamaschinc ermoeglicht bzw. die Herausgabe der Kampfschrift „NS KAMPFRUF“ und einer Flut von Aufklebern, Plakaten und Flugblaettern.

Die NSDAP-AO fuehrt einen entschlossenen Kampf gegen das NS-Verbot und erstrebt die Zulassung der NSDAP als eine wahlberechtigte Partei in Deutschland und in der Ostmark. Bis die Erkaempfung der Aufhebung des NS-Verbots bzw. die Ueberwindung der heutigen Besatzungszustaenden die Neugruendung der NSDAP selbst moeglich macht, liegt die Fuehrung in den Haenden des NSDAP-AO Organisationsleiters und der fuehrenden NSDAP-AO (Untergrund)kaempfern im In- und Ausland.

Endziel ist die Entstehung eines NS-Staates in einem freien, souveraenen, vereinigten Grossdeutschen Reiche und eine Neue Ordnung mit rassischer Grundlage in der ganzen, arischen Welt.

Die NSDAP-AO ist auf internationaler Ebene taetig. Obwohl die meisten Mitglieder natuerlich in Deutschland sind, wird sie auch von Auslandsdeutschen in der ganzen Welt unterstuetzt. Viele nicht-deutsche Nationalsozialisten, die mit der NSDAP-AO in ihrem schweren Kampf um ein nationalsozialistisches Deutschland sympathisieren, sind auch in dem Foerdererkreis der NSDAP-AO vertreten. Fuer diese Kameraden gibt die NSDAP-AO den „NS REPORT“ in englischer Sprache sowie verschiedenes Material in anderen Sprachen heraus.

Die Erkaempfung eines Rechtes

In Anbetracht der herrschenden Besatzungszustaende und der z.Z. laecherlichen Schwaeche der Bewegung im Vergleich mit der NSDAP des Dritten Reiches waere ein verfruehter Neugruendungsversuch der Partei eine nutzlose Gefaehrdung der Mitglieder, eine dem Ansehen der NS-Bewegung schaedliche Absurditaet, eine Karikatur und damit eine Beleidigung der Partei des Fuehrers, und eine unuebertroffene Frechheit (oder wenigstens eine mitleiderregende Naivitaet) seitens der gemeinten „Parteifuehrung.“

Die NSDAP-AO vertritt den Standpunkt, dass das Recht einer NS-Organisation, den Namen „NSDAP“ zu tragen, erkaempft werden muss durch eine Leistung von historischer Bedeutung!

ERST NACHDEM ES UNS JUNGEN NS-KAEMPFERN DER NACHKRIEGSZEIT GELUNGEN IST, DIE FREIHEIT DER NS-BEWEGUNG IN DEUTSCHLAND ZU ERKAEMPFEN, WERDEN WIR DAS RECHT HABEN, DIE NSDAP NEUZUGRUENDEN!

Ob diese NS-Freiheit durch die erzwungene Aufhebung des NS-Verbots oder durch den Sturz des Bonner Verratsregimes errungen wird, spielt in dieser Hinsicht keine Rolle.

Die NS-Kampforganisation, die im Untergrund die fuehrende Kraft gebildet hat, wird sich dann in diese neugegruendete NSDAP umwandeln, und aus ihren Fuehrungskreisen werden die Parteifuehrer hervortreten.

Nicht die theoretische Berechtfertigung der Existenz, der Struktur oder des „Fuehrungsanspruchs“ einer NS-Organisation ist entscheidend, sondern ihren konkreten Erfolg.

Die drei Aufgaben

Die NSDAP-AO hat drei wichtige Aufgaben uebernommen. Die erste Aufgabe ist die Propagandaversorgung. Die NSDAP-AO hat es zum Ziel gemacht, nach Kraeften nicht nur die NSDAP-AO Zellen, sondern die ganze NS-Bewegung Deutschlands mit NS-Propagandamaterial zu versorgen. Dass unter den heutigen Besatzungsumstaenden es

[Fortsetzung auf Seite 3]

 

Die Organisation

[Fortsetzung von Seite 1]

kaum moeglich ist, eigentlich „genug“ Material zur Verfuegung zu stellen, ist klar, aber das ist kein Grund, den Versuch zu unterlassen, moeglichst vieles und moeglichst gutes Material zu verbreiten!

Dafuer erwartet die NSDAP-AO von ihren Mitgliedern und Mitarbeitern, dass sie dieses Material wirksam einsetzen und nach Kareften zue Begleichung wenigstens einen Teils der finanziellen Last beitragen. Es ist wohl allgemein bekannt, wenigstens in Aktivis-, dass die NSDAP-AO viel, viel mehr Material verschickt als von den Frontkaempfem „bezahlt“ wird oder werden kann.

Die zweite Aufgabe ist der Aufbau einer materiellen Grundlage, die zur Fortsetzung und Ausweiterung der Propagandaarbeit absolut unerlaesslich ist. Der Kampf um die Mittel wird auf lange Sicht ein entscheidendes Faktor sein. Deshalb sind die Beitraege, die aus dem Foerdererkreis kommen, sowie Spenden aus den Goennerkreisen sehr wichtig. Noch dazu kommt ein gewisses Einkommen durch den Verkauf von verschiedenen Sachen.

Die dritte Aufgabe ist die Bildung einer einheitlichen Organisation. Eine straffe 

[Fortsetzung auf Seite 4]

 

Die Organisation

[Fortsetzung von Seite 3]

Zusammenfuehrung ist im Untergrund Selbstmord. Nur das Zellensystem, die von der Auslandszentrale mit Propagandamaterial versorgt werden, hat sich in der Praxis erwiesen. Nur wenige NSDAP-AO Kameraden sind etwa bei Klebeaktionen verhaftet worden. Fast saemtliche Verhaftungen erfolgen wegen anderer Aktionen. Es soll auch erwaehnt werden, dass nicht die Auslandszentrale, sondern die Zellenleiter und Aktivisten selbst ihre Zellen aufbauen und leiten und Aktionen durchfuehren muessen. Sie geniessen also ziemlich viele Freiheit von der Organisationsleitung und damit die Moeglichkeit, sich im aktiven Kampf zu erweisen! Die Einmischung der Fuehrung ist weder wuenschenswert noch noetig und bleibt minimal.

 

Die Fuehrung

Offiziell wird die oberste Organisationsfuehrung zwangslaeufig bei der Auslandszentrale liegen, weil diese die meisten Funktionen einer Organisationsfuehrung uebernehmen muss, wenigstens insoweit dies im Falle einer Untergrundorganisation ueberhaupt moeglich ist.

Diese Funktionen sind:

1. die Propagandaversorgung

2. der Aufbau einer materiellen Grundlage

3. die Verschaffung einer Kommunikationszentrale

4. die allgemeine Ko-ordinierung

5. die oeffentliche Vertretung der Organisation

Die Geschichte der NS-Bewegung seit 194S hat gezeigt, dass keine Zentrale innerhalb des besetzten Deutschlands diese Funktionen erfuellen kann, wenigstens nicht wenn es sich um ein langfristiges und grossangelegtes Unternehemen wie die NSDAP-AO handeln soll.

In Wirklichkeit leigt die Fuehrung weder bei der Auslandszentrale allein noch in den Haenden einer Einzelperson, sondern bei einem im jahrelangen, harten Kampf entstandenen Kreis der bedeutendsten NS-Fuehrern. Die grosse Mehrheit dieser Fuehrer sind Reichsdeutsche und im NS-Untergrundkampf im Reichsgebiet taetig. Nur eine verhaeltnismaessig winzige Minderheit der Fuehrer befinden sich im Ausland, wo sie die Auslandszentrale bemannen muessen.

Da die Auslandszentrale nur ein sehr kleiner Teil der NSDAP-AO darstellt, auch wenn sie wegen des NS-Verbots die Funktionen der Organisationsleitung erfuellen muss und damit eine scheinbar uebergrosse Rolle spielt, sind ihre Fuehrungsvorrechte gegenueber den anderen massgeblichten Fuehrern in unserem gemeinsamen, Deutschen Vaterland, deren freiwillige Zusammenarbeit und Zustimmung eine Vorbedingung einer ernstzunehmenden NS-Kampforganisation ist, nur begrenzt.

Die NSDAP-AO lehnt jeglichen absoluten Fuehrungspruch ab. Nur der Fuhrer, Adolf Hitler, hatte das Recht auf einen bedingungslosen Fuehrungsanspruch. Wer nacht 1945 dasselbe fuer sich fordert ist ein arroganter Lump. Das bedeutet allerdings nicht, dass wir Nationalsozialisten auf den Aufbau einer kampffaehigen Organisation und die damit verbundenen, notwendigen Vorrechte ihrer Fuehrer verzichten sollen, sondern nur dass dieses Ziel auf eine realistische Weise verfolgt werden muss.

Die NSDAP-AO vertritt den Standpunkt, dass sie sich eher in den Augen der NS-Kaempfer erweisen muss als umgekehrt, dass eine Gefolgschaft nicht verlangt, sondern verdient werden muss, und dass die Mitglieder und die Mitarbeiter durch eine konstruktive Zusammenarbeit, dh eine konkrete Leistung [die Versorgung] und eine konkrete Gegenleistung [der Einsatz], auch bevor und unabhaengig von einem „Beitritt“, gewonnen werden muessen.

Die Grundlage der Treue, worauf jede freiwillig geleistete Gefolgschaft ruht, ist ein Verhaeltnis des Vertrauens, des Verantwortungsbewusstseins und des (auch organisatorischen) Zugehoerigkeitsgefuehls, das sich nur allmaehlich entwickeln kann.

Die Mitgleidschaft in der NSDAP-AO ist nicht formal. (Bei der PLO auch nicht.) Im Gegensatz zu dem Foerdererkreis gibt es keine Karte und keine monatliche Beitraege. Auch keine Urkunde und kein Abzeichen. Die Mitgliedschaft besteht darin, dass man sich als NSDAP-AO Mitglied betrachtet und dementsprechend handelt, also ihre Interessen verfechtet, ihre Anweisungen folgt und ihre Fuehrung anerkennt.

Das ist die Mitgliedschaft in der NSDAP-AO!

Das ist unser Weg!

Quellennachweis

N.N., Die Organisation, in: NS Kampfruf (Nov./Dez. 1977), Nr. 23, S. 1, Fortsetzung S. 3 und 4, antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin (apabiz).