Otto Ernst Remer 1949 als Redner auf einer Veranstaltung des SRP-Ortsverbands Uelzen (Foto: DER SPIEGEL).
Otto Ernst Remer 1949 als Redner auf einer Veranstaltung des SRP-Ortsverbands Uelzen (Foto: DER SPIEGEL).
Bereits in der Besatzungszeit entstehen in den Westzonen Netzwerke der radikalen Rechten: Überzeugte Funktionäre und Anhänger des Nationalsozialismus, aber auch völkische und nationalkonservative Kreise werden wieder aktiv. Auf regionaler Ebene treten nationalistische Parteien bei Wahlen an, obgleich die Alliierten die Kandidatur von NS-Eliten unterbinden. Informelle Netzwerke dienen der gegenseitigen Unterstützung und bereiten künftige politische Aktivitäten vor. Im Vordergrund von Agitation und Politik stehen vehementer Antikommunismus, die Revision der 1945 geschaffenen Ordnung und damit der Kampf gegen Besatzung, Entnazifizierung und „Siegerjustiz“. Besonders die „Heimatvertriebenen“ sollen erreicht und organisiert werden.
In der Sowjetischen Besatzungszone werden rechtsextreme Aktivitäten scharf verfolgt. Um frühere Nazis in den „sozialistischen Staat“ zu integrieren, wird 1948 die NDPD gegründet. Sie ist von der SED abhängig und vertritt einen regimekonformen Nationalismus.