1980–1989

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NF Bielefeld
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Bielefeld, Bleichstraße 143, Zentrum der Nationalistsichen Front, 17. April 1987 (Foto: Martin Langer, Deutsche Fotothek).

Die 1980er beginnen mit einer bis dahin beispiellosen rechtsradikalen Gewaltwelle. Allein 1980 sterben 13 Menschen bei einem Bombenanschlag auf dem Oktoberfest, zwei Flüchtlinge bei einem Brandanschlag und ein Rabbiner wird mit seiner Partnerin erschossen. Die soziale Basis der Radikalen Rechten verändert sich durch neue Jugend-Subkulturen. Maskulin geprägte, gewaltaffine Szenen werden zum Rekrutierungsfeld (Fußball-Fans, Skinheads). Dabei entstehen erste Kontakte zu Gleichgesinnten in der DDR, wo ebenfalls gewaltbereite Jugendgruppen aufkommen. Neue Argumentationsmuster werden zur Rechtfertigung vorgetragen: Neonazi-Gewalt wird als nationaler, antiimperialistischer Befreiungskampf und letzter Akt der Notwehr eines bedrohten Volkes dargestellt. Unter dem Eindruck rechtspopulistischer Wahlerfolge in Frankreich und anderen europäischen Nachbarländern suchen Vordenker der Neuen Rechten nach einer neuen Partei. Die Republikaner, deren Führungsspitze sich aus der CSU abspaltet, entsteht als neue rechtsradikale Partei und zieht 1989 erstmals in Parlamente. 

Ein Grundstein des deutschen Rechtsrocks:
Böhse Onkelz – „Türken raus“

Jahr
1981
Autor*innen
Quelle

Das Lied „Türken raus“, 1981 erstmals aufgenommen, prägte lange das Image der Böhsen Onkelz als Speerspitze der Skinheadszene der frühen 1980er-Jahre. Die frühen Veröffentlichungen der Band bilden den Grundstein für das, was heute als Rechtsrock gilt.

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Kampf um das Stadion
Aufruf zur Störung des Fußball-Länderspiels Bundesrepublik Deutschland vs. Türkei

Jahr
1983
Autor*innen
Quelle
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Rundschreiben

Der Aufruf vom Mai 1983 ist ein zentrales frühes Beispiel für die Einflussnahme neonazistischer Gruppen auf Fanszenen des (Profi-)Fußballs. Dessen öffentlichkeitswirksame Bühne wird bis heute gezielt genutzt, um rassistische Propaganda zu verbreiten.

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Antisemitismus der Neuen Rechten:
Hans-Dietrich Sanders Die Auflösung aller Dinge

Jahr
1988
Autor*innen
Quelle
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Sander, Auflösung

Während sich als Neue Rechte stilisierende Autoren beim Antisemitismus überwiegend bedeckt hielten, wagte der Publizist Hans-Dietrich Sander 1988 einen der wenigen offenen Vorstöße. Seine Schriften und ihre Rezeption im eigenen Lager sind zentral, um das komplexe Verhältnis der Neuen Rechten zum Jüdischen zu verstehen. 

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Kampf um Deutungshoheiten:
Die „Rechenschaft“ des Rechtsterroristen Manfred Roeder

Jahr
1980
Autor*innen
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Cover Bauernschaft

Während seiner Inhaftierung 1980 versucht der Rechtsterrorist Manfred Roeder, in einem Artikel für eine Zeitschrift der rechtsextremen Szene seine politische Radikalisierung zu rechtfertigen.

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Bomben gegen das US-Imperium:
Abschied vom Hitlerismus

Jahr
1982
Autor*innen
Quelle
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Hepp-Kexel-Papier

Die Neonazi-Militanten Odfried Hepp und Walther Kexel plädieren 1982 für eine Neuausrichtung rechtsextremer Politik: Der „Hitlerkult“ sei zu überwinden und ein „antiimperialistischer Befreiungskampf“ zusammen mit anderen Kräften einzuleiten.

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Das Collegium Humanum als Bildungsstätte der extremen Rechten:
Die Einladung zur Vorbereitung der Feier zum 100. Geburtstag Hitlers

Jahr
1984
Autor*innen
Quelle
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Rundschreiben Malcoci, KAH

Das Collegium Humanum unter der Leitung von Werner Haverbeck war ein wichtiger Tagungsort der Umweltbewegung. Das Vorbereitungstreffen zu Hitlers 100. Geburtstag zeigte aber, dass es gleichzeitig als Bildungsstätte der extremen Rechten fungierte.

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Deutsch-deutsche Kontakte vor 1989/90:
Die Nationalistische Front und ihre Vernetzung in die DDR

Jahr
1985
Autor*innen
Quelle
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001 Klartext
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Titelseite Klartext, Nr. 16, 1985.

Die Nationalistische Front (NF) veröffentlichte 1985 in ihrer Publikation Klartext einen Artikel über den Besuch von „Kameraden“ in der DDR. Er ist eines der seltenen Zeugnisse für eine deutsch-deutsche Vernetzung im Neonazi-Spektrum vor dem Mauerfall.

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Ideologisierung und Personalisierung rechter Programmatik:
Das Siegburger Manifest der Partei Die Republikaner

Jahr
1985
Autor*innen
Quelle
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Siegburger Manifest (S. 1)

Mit dem Siegburger Manifest verabschiedeten die 1983 gegründeten Republikaner ihr zweites Programm. Es zeichnete sich besonders durch eine verstärkte neurechte Ideologisierung und Personalisierung unter dem neuen Vorsitzenden Franz Schönhuber aus.

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Sammlungsversuch der Neuen Rechten:
Die „Erklärung des Deutschlandrats“ vom Dezember 1983

Jahr
1983
Autor*innen
Quelle
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Erklärung des Deutschlandrates 1983

Im Deutschlandrat versammelten sich 1983 die bedeutendsten Exponenten der Neuen Rechten Deutschlands. Sie wollten als selbsternannte Pressure-Group Einfluss auf die Politik der Bundesrepublik nehmen, wofür sie im Dezember eine Erklärung veröffentlichten.

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