Bielefeld, Bleichstraße 143, Zentrum der Nationalistsichen Front, 17. April 1987 (Foto: Martin Langer, Deutsche Fotothek).
Bielefeld, Bleichstraße 143, Zentrum der Nationalistsichen Front, 17. April 1987 (Foto: Martin Langer, Deutsche Fotothek).
Die 1980er beginnen mit einer bis dahin beispiellosen rechtsradikalen Gewaltwelle. Allein 1980 sterben 13 Menschen bei einem Bombenanschlag auf dem Oktoberfest, zwei Flüchtlinge bei einem Brandanschlag und ein Rabbiner wird mit seiner Partnerin erschossen. Die soziale Basis der Radikalen Rechten verändert sich durch neue Jugend-Subkulturen. Maskulin geprägte, gewaltaffine Szenen werden zum Rekrutierungsfeld (Fußball-Fans, Skinheads). Dabei entstehen erste Kontakte zu Gleichgesinnten in der DDR, wo ebenfalls gewaltbereite Jugendgruppen aufkommen. Neue Argumentationsmuster werden zur Rechtfertigung vorgetragen: Neonazi-Gewalt wird als nationaler, antiimperialistischer Befreiungskampf und letzter Akt der Notwehr eines bedrohten Volkes dargestellt. Unter dem Eindruck rechtspopulistischer Wahlerfolge in Frankreich und anderen europäischen Nachbarländern suchen Vordenker der Neuen Rechten nach einer neuen Partei. Die Republikaner, deren Führungsspitze sich aus der CSU abspaltet, entsteht als neue rechtsradikale Partei und zieht 1989 erstmals in Parlamente.