Eine rechte Verschwörung und ihre publizistische Leugnung:
Unrecht im Rechtsstaat von Friedrich Grimm
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Dominik Rigoll, Eine rechte Verschwörung und ihre publizistische Leugnung: Unrecht im Rechtsstaat von Friedrich Grimm (1957), in: Die radikale Rechte in Deutschland, 1945–2000. Eine kommentierte Online-Quellensammlung, 28.11.2025, https://radikale-rechte.de/comment/026-rigoll-grimm-unrecht, https://doi.org/10.14765/zzf.dok-2985.
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Britisches Eingreifen zerschlug 1953 ein konspiratives Netzwerk, das eine nationalistische Sammlungspartei schaffen wollte. Grimm leugnet in seiner Schrift, dass es eine solche Verschwörung, an der er selbst teilhatte, je gegeben habe.
Friedrich Grimms Buch ist die Propagandaschrift eines Anwalts, die die Existenz einer nationalistischen Verschwörung gegen die junge Bundesrepublik, an der Grimm selbst maßgeblich beteiligt war, systematisch leugnet. Das Unternehmen wurde letztlich vereitelt durch ein britisches Kommando, das im Januar 1953 auf der Grundlage des Besatzungsstatuts gegen einen Teil der Verschwörer und Verschwörerinnen vorging.[1]
Damit machten die Briten klar, dass die Westalliierten keine große Partei rechts der Union dulden würden. Diese militärpolizeiliche Intervention ist heute weitgehend vergessen, obwohl sie historisch ähnlich bedeutend für die deutsche Nachkriegsentwicklung war wie die sowjetische Niederschlagung des Volksaufstands in der DDR einige Monate später: In beiden Fällen zeigten die Alliierten, dass sie den Status quo mit Gewalt zu schützen bereit waren – im Osten vor offener Rebellion, im Westen vor rechter Subversion.[2]
Da Grimm die Existenz der Verschwörung ganz und gar negierte und den Vorwurf der Verschwörung zugleich auf politische Gegner projizierte, beginnt dieser Beitrag nicht mit einem Resümee des Buches, sondern mit einer Darstellung der geleugneten Fakten. Der letzte Abschnitt widmet sich dann den Negationen und Projektionen der Schrift.
Konspiration und Subversion: Die Middelhauve-Naumann-Verschwörung
Von Verschwörungen zu sprechen, gilt mitunter als unseriös und potenziell verschwörungsideologisch. Dabei lassen sich nicht nur in der Republik von Weimar, sondern auch in der Republik von Bonn und Berlin neben vielen Verschwörungsfantasien reale rechte Netzwerke ausmachen, die konspirativ auf einen Umsturz hinarbeiteten und die wissenschaftlich erforscht werden können.[3]
Die Verschwörung, die laut Grimm nie existiert habe, erreichte im Winter 1952/53 ihren Höhepunkt. Es war der konspirative Versuch, den nationalliberalen nordrhein-westfälischen Landesverband der FDP sowie Landesverbände der nationalkonservativen Deutschen Partei (DP) und des revisionistischen Blocks der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) zu einer Sammlungspartei rechts der Union umzuformen – zu einer Alternative für Deutschland (AfD) avant la lettre, die ausdrücklich auch Rechtsextreme aufnehmen sollte, namentlich aus der Deutschen Reichspartei (DRP) und der 1952 verbotenen Sozialistischen Reichspartei (SRP).
Die Verschwörung hatte zwei Köpfe: Werner Naumann, der als Staatssekretär im NS-Propagandaministerium zweiter Mann hinter Joseph Goebbels gewesen war und nun einen neonazistischen Geheimbund anführte, und den Verleger Friedrich Middelhauve, Vorsitzender der FDP in Nordrhein-Westfalen (NRW). Beide standen im Zentrum eines weitverzweigten Netzwerks rechter Eliten aus Politik, Wirtschaft, Staat und Kultur.
Miteinander bekannt gemacht wurden die beiden von Friedrich Grimm, einem Anwalt, der schon seit der Weimarer Republik als nationalistischer Netzwerker und Propagandist aktiv war – und über Verbindungen zu Ruhrindustriellen mit entsprechenden Sympathien verfügte. Eine weitere Schlüsselfigur war der FDP-Bundestagsabgeordnete und profilierte Außenpolitiker Ernst Achenbach, der ebenfalls als Verbindungsmann zwischen Middelhauve und Naumann agierte. Ein wichtiger Mitarbeiter in Achenbachs Anwaltskanzlei war Werner Best, der nicht nur ein Vordenker der Gestapo und des Reichssicherheitshauptamts (RSHA) war, sondern auch einer transnationalen Netzwerkbildung von rechts.
Die Middelhauve-FDP und die „nationale Sammlung“
Friedrich Middelhauve war Nationalliberaler, genauer: ein wirtschaftsliberaler Nationalist. Früher hatte er der Deutschen Staatspartei (DStP) angehört, die sich 1930 weit nach rechts geöffnet hatte, um mit der NSDAP zu konkurrieren, und mit dieser Politik der „nationalen Sammlung“ grandios gescheitert war. Nachdem er sich im „Dritten Reich“ unternehmerisch betätigt hatte, gründete er 1945 in Nordrhein-Westfalen die FDP mit und wirkte darauf hin, dass die „national und vaterländisch empfindenden Kräfte unseres Volkes in unserer Partei eine Heimat finden“.[4] Der Landesverband praktizierte eine Frühform des Rechtspopulismus, ähnlich wie die DP in Niedersachsen und die Wirtschaftliche Aufbau-Vereinigung (WAV) in Bayern.
Jedoch buhlte Middelhauve nicht nur um die Wählerstimmen von NS-Belasteten, etwa indem er eine „Generalamnestie“ für deutsche Kriegs- und Menschheitsverbrechen forderte, die auch das Ziel einer von Grimm vorangetriebenen Kampagne war. Als Landesvorsitzender besetzte er zudem Parteiposten mit Leuten aus Naumanns Netzwerk, die sich im Naziregime propagandistisch betätigt hatten. Er bezahlte sie dafür, dass sie mithilfe ihres Know-hows der FDP extrem rechte Wählerschichten erschlossen. Middelhauves persönlicher Sekretär zum Beispiel wurde Wolfgang Diewerge, der früher Pamphlete verfasst hatte, die das „Weltjudentum“ als Aggressor und das Deutsche Reich als Opfer zeichneten.[5] Vermittelt hatten die Personalie Achenbach und Grimm, der an einigen der Pamphlete selbst mitgewirkt hatte.
Im Herbst 1952 gab sich die nordrhein-westfälische FDP ein offen nationalistisches „Deutsches Programm“, während Middelhauve als Vize-Vorsitzender der Bundespartei für diese denselben Rechtskurs forderte. Er hatte eine äußerst starke Stellung in der Partei, die er weniger Wahlerfolgen verdankte, die bescheiden blieben, als Geldgebern aus der Industrie, deren Spenden seinen Landesverband zu dem mit Abstand wohlhabendsten machten: 1952 kam das Parteivermögen zu 73,2 Prozent aus NRW![6] Einer der wenigen bekannten Großspender war Hugo Stinnes jr. Wie sein Vater hatte auch Stinnes schon in der Weimarer Republik in die „nationale Opposition“ investiert.[7]
Das Naumann-Netzwerk und die „Durchdringung des Gemeinwesens“
Werner Naumann war bekennender „Nationalsozialist“, sprich: völkischer Nationalist. Er war im Mai 1945 untergetaucht, um sich der Internierung und wohl auch einer möglichen Anklage als Hauptschuldiger vor dem Nürnberger Militärtribunal zu entziehen. Noch im März hatte er im Radio angekündigt, die Alliierten würden auf deutschem Boden „einen Partisanenkrieg unter dem Zeichen des Werwolfs erleben“.[8]
Tatsächlich kann die von Naumann nach seinem Wiederauftauchen im Jahr 1950 betriebene Netzwerkpflege als Anpassung des in der letzten Kriegsphase propagierten Guerillakampfes an die Bedingungen einer teilsouveränen Republik angesehen werden, in der sich bis 1955 ein alliierter Kontrollrat vorbehielt, bei Gefahr zu intervenieren.
Nicht zuletzt auf alliierten Druck hin hatte die Bundesregierung im Herbst 1951 beim Bundesverfassungsgericht ein Verbot der SRP beantragt, die sich als Nachfolgerin der NSDAP gerierte und trotz oder gerade wegen ihrer äußerst aggressiven Propaganda in die Landtage von Niedersachsen und Bremen eingezogen war. Etwa zur selben Zeit rückte Naumann an die Spitze eines Geheimbundes vor, der sich bisher „Bruderschaft“ genannt und in der Frage des Umgangs mit der SRP gespalten hatte.[9] Naumann und seine Gleichgesinnten distanzierten ich nun mehr oder weniger glaubhaft von der „Radau-Partei“, die im Oktober 1952 tatsächlich verboten und aufgelöst wurde.
Dem jetzigen Kenntnisstand zufolge bestand Naumanns Geheimbund aus einem „inneren“ und einem „äußeren Kreis“ von 20 bzw. 93 Personen sowie aus einem 21-köpfigen „Hamburger Kreis“, dem unter anderen Inge Dönitz angehörte, die Gattin des Großadmirals, der im April 1945 Hitlers Nachfolge angetreten und proklamiert hatte, dass das Deutsche Reich bei einer militärischen Kapitulation nicht untergehen werde.
Über Verbindungsleute verfügte das Netzwerk vor allem in der Middelhauve-FDP, vereinzelt aber auch in der CDU, im BHE, in der DP, DRP und SRP sowie in befreundeten Gruppierungen in Westeuropa, den USA und im Nahen Osten. Kontakte bestanden ins Bundesinnenministerium, ins Amt Blank, zur Organisation Gehlen, zum französischen Geheimdienst und zu einigen staatlichen Institutionen mehr. Für die Finanzierung war wohl vor allem Achenbach zuständig, der über gute Kontakte in die Wirtschaft verfügte, unter anderem weil er in den 1930er-Jahren zeitweilig die „Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft“ und später die Kasse der Bruderschaft verwaltet hatte.
Konfrontation und Pazifikation: Der Umgang mit der Verschwörung
Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde die Verschwörung, nachdem britische Public-Safety-Offiziere im Januar 1953 sieben Personen aus dem Naumann-Kreis festgenommen und in Werl interniert hatten, wo auch Kriegsverbrecher einsaßen.
In einem britischen Geheimdienstbericht war von einer „Gauleiter Conspiracy“ die Rede – ein irreführender Begriff, schließlich umfasste die Verschwörung nicht nur Gauleiter, sondern das gesamte Spektrum der Nazieliten. Danach war in einem Kommuniqué von einer „Gruppe“ die Rede, die Pläne zur „Wiederergreifung der Macht in Westdeutschland“ geschmiedet habe und die verhaftet worden sei, um zu prüfen, ob sie „eine Bedrohung der Sicherheit der alliierten Streitkräfte“ darstellte.[10]
Indem sie als Kopf der Verschwörung nur Naumann angriffen, setzten die Alliierten jedoch nicht nur auf Konfrontation, sondern auch auf Pazifikation, also auf eine Befriedung der innenpolitischen Situation. Sie versetzten Middelhauve in die Lage, sich als passives Opfer einer „Unterwanderung“ darzustellen – eine Deutung, die in der Folge die Bundes-FDP, die Adenauer-Regierung und weite Teile der bundesdeutschen Öffentlichkeit übernahmen. Dass er und Achenbach aktiv an der personellen Nazifizierung der NRW-FDP mitgewirkt hatten, geriet so aus dem Blickfeld.
Die öffentliche Debatte kreiste vor allem um die Frage, ob die Naumann-Gruppe eine Gefahr dargestellt habe – und ob die britische Intervention als angemessen, übertrieben oder anmaßend anzusehen sei. Den Ausschlag gab letztlich der Bundesgerichtshof (BGH), der 1954 keine Veranlassung sah, die Angeklagten wegen „Geheimbündelei“ oder der Bildung einer „verfassungsfeindlichen Vereinigung“ zu belangen.
Negation und Projektion: Die Leugnung der Verschwörung
Dem BGH zufolge kam in den Verlautbarungen der Angeklagten „nirgends deutlich zum Ausdruck“, dass sie die „Wiedererrichtung eines nationalsozialistischen Führerstaats angestrebt“ hätten – auch wenn an der „extrem nationalen Gesinnung und Haltung aller Mitglieder des Stammtisches kaum zu zweifeln“ sei.[11] Tatsächlich schlossen deutsche Gerichte die Abhörprotokolle von Telefonaten, die die Verschwörung dokumentierten (und von den Briten wohl deshalb geleakt worden waren), als Beweismittel aus.
Das Wort Stammtisch übernahm das Gericht von Naumann, der sein Netzwerk als eben solchen bezeichnet hatte. Auch Grimm, der Naumann verteidigte, nachdem Achenbach sein Mandat niederlegen musste, argumentiert in seinem Buch so: Mit der Willkür einer Kolonialmacht seien die Briten gegen unbescholtene Bürger vorgegangen.[12] Sie hätten „Unrecht im Rechtsstaat“ praktiziert und eine „politische Justiz“, die jeden treffen könne. Ein Rechtsstaat war nach dieser Lesart nur ein Staat, der rechte Verschwörungen unbehelligt ließ, so wie das Gros der westdeutschen Sicherheitsbehörden seinerzeit.
Während Grimm seinen Mandanten Naumann als herzensguten „Idealisten“ zeichnete, der „gemäßigte“ Ansichten vertrete, machte er die eigentliche Verschwörung auf alliierter Seite aus, wo Nestbeschmutzer viel dafür getan hätten, um die Bundesrepublik vor der Weltöffentlichkeit zu diskreditieren. Im Zentrum der Machenschaften stünden der britische Besatzungsoffizier Samuel Reber, der kurz vor den Verhaftungen einen Bericht über „Rightist and Nationalist Sentiments in West Germany“ verfasst hatte, der bei den 18- bis 24-jährigen und bei FDP-Sympathisanten einen Anstieg von „pro-Nazi orientations“ ausmachte, und der Journalist Drew Middleton, der aus dem Papier in der New York Times kurz nach der Aktion zitiert und die Verbindung zum Middelhauve-Naumann-Komplex hergestellt hatte.[13] Dass Grimm seine eigenen Taten auf seine Gegner projizierte, hatte bei ihm System. Schon als Propagandist des „Dritten Reiches“ und einer der Begründer der Holocaustleugnung in der Bundesrepublik war er so vorgegangen und tat alle Hinweise auf Naziverbrechen als (jüdische) „Greuelpropaganda“ ab.
In der Forschung ist es heute üblich, die rechte Verschwörung gegen die Bonner Republik wie die Zeitgenossen nur nach Naumann zu benennen, also etwa als „Naumann-Affäre“. Eigentlich war es aber eine Middelhauve-Naumann-Affäre, da eine Symbiose bestand zwischen den Angehörigen des nationalistischen Netzwerks und dessen Verbindungsleuten in der Middelhauve-FDP, die allesamt in der Partei verblieben, Diewerge und Achenbach mit höchst aktiven Rollen bis in die 1970er-Jahre.[14] Kaum weniger essenziell für das Verständnis der komplexen Affäre ist der Beitrag von Friedrich Grimm, zu dem die Vermittlung zwischen den beiden Köpfen des Unternehmens zählt – und das Buch Unrecht im Rechtsstaat.
[1] Vgl. vor allem Beate Baldow, Episode oder Gefahr? Die Naumann-Affäre, Univ.-Diss., FU Berlin 2012; Kristian Buchna, Nationale Sammlung an Rhein und Ruhr. Friedrich Middelhauve und die nordrhein-westfälische FDP 1945–1953, München: Oldenbourg, 2010; Norbert Frei, Vergangenheitspolitik. Die Anfänge der Bundesrepublik und die NS-Vergangenheit, München 1996, S. 361–396. Zu Grimm vgl. Dominik Rigoll, Internationalismus von rechts. Deutsch-französische Annäherung unter nationalistischen Vorzeichen am Beispiel von Friedrich Grimm (1888–1959), in: Anne Couderc/Corine Defrance/Ulrich Pfeil (Hg.), La réconciliation. Histoire d’un concept entre oubli et mémoire / Versöhnung. Geschichte eines Begriffs zwischen Vergessen und Erinnern, Brüssel u.a.: Lang 2022, S. 241–264.
[2] Hierzu und zur Verortung der Verschwörung in der politischen Geschichte der Bundesrepublik vgl. Dominik Rigoll, Staatsschutz in Westdeutschland. Von der Entnazifizierung zur Extremistenabwehr, Göttingen: Wallstein, 2013, bes. S. 118–128; ders., Kampf um die innere Sicherheit: Schutz des Staates oder der Demokratie?, in: Frank Bösch/Andreas Wirsching (Hg.), Hüter der Ordnung. Die Innenministerien in Bonn und Ost-Berlin nach dem Nationalsozialismus, Göttingen: Wallstein, 2018, S. 454–497.
[3] Vgl. auch Armin Pfahl-Traughber, Verschwörung/Verschwörungshypothese, in: Helmut Reinalter (Hg.), Handbuch der Verschwörungstheorien, Leipzig: Salier Verlag, 2018, S. 298–300. Anregend auch Philipp Sarasin, Was ist falsch an #Verschwörungstheorien?, in: Geschichte der Gegenwart, 5.3.2017, https://geschichtedergegenwart.ch/was-ist-falsch-an-verschwoerungstheorien (letzter Zugriff: 13.5.2024). Als Fallbeispiele vgl. den Klassiker von Emil Julius Gumbel, Verschwörer. Zur Geschichte und Soziologie der deutschen nationalistischen Geheimbünde 1918–1924, Nachdr., Heidelberg: Das Wunderhorn, 1979 (zuerst: Wien: Malik, 1924), sowie Martin Sabrow, Der Rathenaumord. Rekonstruktion einer Verschwörung gegen die Republik von Weimar, München: Oldenbourg 1994.
[4] So Middelhauve im Dezember 1945, zit. n. Buchna, Nationale Sammlung, S. 42.
[5] Vgl. als zwei Beispiele von vielen Helmut Diewerge, Anschlag gegen den Frieden. Ein Gelbbuch über Grünspan und seine Helfershelfer, München: Eher, 1939; ders., Das Kriegsziel der Weltplutokratie. Dokumentarische Veröffentlichung zu dem Buch des Präsidenten der amerikanischen Friedensgesellschaft Theodore Nathan Kaufman „Deutschland muß sterben“ („Germany must perish“), München: Zentralverlag der NSDAP/Eher Nachf., 1941.
[6] Vgl. Buchna, Nationale Sammlung, S. 190.
[7] Vgl. auch Ulrike Hörster-Philipps, Großkapital, Weimarer Republik und Faschismus, in: Reinhard Kühnl/Gerd Hardach (Hg.), Die Zerstörung der Weimarer Republik, Köln: Pahl-Rugenstein, 1977, S. 119.
[8] Zit. n. Günter J. Trittel, „Man kann ein Ideal nicht verraten …“. Werner Naumann – NS-Ideologie und politische Praxis in der frühen Bundesrepublik, Göttingen: Wallstein, 2013, S. 75.
[9] Vgl. Baldow, Epiode oder Gefahr?, S. 49.
[10] Kommuniqué der britischen Regierung zur Verhaftung des Naumann-Kreises, abgedr. in: Jörg Michael Gutscher, Die Entwicklung der FDP von ihren Anfängen bis 1961, Meisenheim am Glan: Hain, 1967, S. 331.
[11] Zit. n. Frei, Vergangenheitpolitik, S. 391.
[12] Vgl. Grimm, Unrecht im Rechtsstaat, S. 13, 16, 217–222 passim.
[13] Zit. n. Frei, Vergangenheitspolitik, S. 373.
[14] Von einer „Symbiose“ spricht auch Lutz Niethammer, Angepaßter Faschismus. Politische Praxis der NPD, Frankfurt a.M.: Fischer, 1969, S. 40. Zur Entwicklung des rechten Flügels der FDP vgl. auch Dominik Rigoll, Von der WAV zur AfD. Nationalistische Parteien und Parteiflügel seit 1945, in: Fabian Virchow/Anke Hoffstadt/Cordelia Heß/Alexander Häusler (Hg.), Handbuch Rechtsextremismus, Wiesbaden, im Erscheinen.
Beate Baldow, Episode oder Gefahr? Die Naumann-Affäre, Univ.-Diss., FU Berlin 2012 (http://dx.doi.org/10.17169/refubium-13338).
Kristian Buchna, Nationale Sammlung an Rhein und Ruhr. Friedrich Middelhauve und die nordrhein-westfälische FDP 1945–1953, München: Oldenbourg, 2010.
Norbert Frei, Vergangenheitspolitik. Die Anfänge der Bundesrepublik und die NS-Vergangenheit, München: C.H. Beck, 1996.
Dominik Rigoll, Internationalismus von rechts. Deutsch-französische Annäherung unter nationalistischen Vorzeichen am Beispiel von Friedrich Grimm (1888–1959), in: Anne Couderc/Corine Defrance/Ulrich Pfeil (Hg.), La réconciliation. Histoire d’un concept entre oubli et mémoire / Versöhnung. Geschichte eines Begriffs zwischen Vergessen und Erinnern, Brüssel u.a.: Lang, 2022, S. 241–264.
Dominik Rigoll, Staatsschutz in Westdeutschland. Von der Entnazifizierung zur Extremistenabwehr, Göttingen: Wallstein, 2013 (2. Aufl. 2013), S. 118–128.