Angriff auf die NS-Aufarbeitung:
Ein Flugblatt vom neonazistischen Kampfbund deutscher Soldaten

Jahr
1977
Bild
KDS-Flugblatt

Holocaustleugnung – das war der Kern der Aktionen des Kampfbundes deutscher Soldaten. Sein Gründer, der Neonazi Erwin Schönborn, versuchte seit 1975 mit einem provokanten Flugblatt, erinnerungskulturelle Debatten und KZ-Prozesse zu beeinflussen.

Der Holocaust war Ende der 1970er-Jahre dicht belegt und damit bereits „offenkundig“, vor allem durch die Frankfurter Auschwitz-Prozesse und tausende weitere westdeutsche Ermittlungs- und Strafverfahren gegen NS-Täter*innen.[1] Und auch wenn in der damaligen Geschichtswissenschaft die Verantwortung und der Ablauf kontrovers bewertet wurden und die Angaben zur Gesamtzahl der Opfer zwischen ca. 4 und 6 Millionen schwankten, gab es doch keine Zweifel am systematischen Massenmord an sich, auch nicht an den industriellen Methoden.

Ein vielfach verbreitetes Flugblatt vom Juni 1977[2] stellte diesen Konsens komplett in Frage: Der Kampfbund Deutscher Soldaten (KDS) bot darauf provokativ „10.000,- DM Belohnung“ für „jede einwandfrei nachgewiesene ‚VERGASUNG‘ in einer ‚GAS-KAMMER‘ eines deutschen KZ‘s“. Nötig seien dafür Angaben zu den Todesopfern und den Konzentrationslagern, in denen sie umkamen. Ausgeschlossen seien jedoch „KZ-Zeugen aus Polen, Israel oder den USA“, da sie angeblich, „wie in den NS-Prozessen, Meineide geschworen haben“. Das Flugblatt gehört wegen seiner damals hohen Verbreitung zu den bekanntesten Beispielen der Holocaustleugnung. „Verantwortlich“ dafür war, wie es am unteren Rand heißt, der 1. Vorsitzende des KDS, der Neonazi Erwin Schönborn.

 

Vom „Neugründungsfanatiker“ zum Neonazi-Anführer

Erwin Schönborn (1914–1989) war von 1935 bis 1939 Reichsarbeitsdienstführer, nahm als Soldat am Zweiten Weltkrieg teil und geriet 1943 in Gefangenschaft.[3] Nach seiner Entlassung arbeitete er kurzzeitig als Übersetzer für einen Ostberliner Verlag, wechselte aber Ende 1950 als Journalist und Verleger nach West-Berlin – dort war er in antifaschistischen Organisationen alsbald als „‚rechtsradikale[r] Neugründungsfanatiker‘“ bekannt.[4] Bis in die 1970er-Jahre hinein rief er als bekennender „Nationalsozialist“ eine Reihe von meist kurzlebigen nationalistischen und antisemitischen Kleingruppen ins Leben, hinter denen oft nur wenige Personen standen und die zum Teil verboten wurden. Mehrfach saß er in Haft wegen Verherrlichung Hitlers oder der Beleidigung von SPD- und Unionspolitikern. 

Größeren Einfluss gewann Schönborn in den 1970er-Jahren, als nach mehreren Wahlniederlagen der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) im nationalen Lager eine Nische für Neonazis entstand.[5] Zusammen mit Manfred Roeder und Thies Christophersen bildete er in dieser Zeit ein „eng kooperierendes Dreigestirn“, das die ersten Neonazi-Zirkel anführte und engen Kontakt zur Wiking-Jugend und zu Wehrsportgruppen hielt.[6] Alle drei Männer gehörten der NS-sozialisierten „Erlebnisgeneration“ an, waren organisierte Holocaustleugner und lieferten den jüngeren, militanten Neonazis ausreichend geschichtspolitisches und -revisionistisches Material für deren Selbstdarstellung und Agitation.[7]

Gleichzeitig reagierte das „Dreigestirn“ auf die wachsende Konkurrenz durch Anführer der jüngeren „Bekenntnisgeneration“ wie Michael Kühnen, indem sie selbst ab Mitte der 1970er-Jahre politisch offensiver auftraten.[8] 1975 registrierte der Verfassungsschutz eine „zunehmende Aktivität neonazistischer Kader, Gruppen und Zirkel“ mit einem Kern aus „100 Personen“ und „rund 200 Sympathisanten“, die „durch ihr spektakuläres Auftreten in der in- und ausländischen Öffentlichkeit nicht unerhebliches Aufsehen erregt“ hätten.[9] Unter diesen eher losen Gruppierungen, die „sich auf Initiativen der jeweiligen ‚Führer‘ versammeln“ und die NS-Verbrechen leugneten, fiel dem Verfassungsschutz neben Roeders Deutscher Bürgerinitiative besonders Schönborns Kampfbund Deutscher Soldaten auf.

 

Der Kampfbund Deutscher Soldaten und die Holocaustleugnung 

Am 5. April 1975 hatte Erwin Schönborn seinen Frankfurter Kreis Deutscher Soldaten als KDS neugegründet und sich zum Vorsitzenden wählen lassen. Im Grunde nutzte er den KDS wie auch die früheren Gruppen, um seine persönlichen Aktionen gewichtiger erscheinen zu lassen. Tausende Flugblätter und Schreiben schickte er an Freunde wie Feinde oder ließ sie vor Gerichten, Kasernen und Schulen verteilen. Als Ziele nannte er: „Kampf um Wiederherstellung der Grenzen des Deutschen Reiches, Durchsetzung der Prinzipien des Volkstums, Bestrafung aller Widerstandskämpfer als Volksverräter, Freilassung von Rudolf Hess, Widerlegung der Lüge über die Massenverbrechen von Auschwitz“.[10]

Die ersten Punkte waren in Teilen der westdeutschen Gesellschaft anschlussfähig. Den Schwerpunkt der KDS-Aktionen bildete jedoch das zuletzt genannte Ziel: die Holocaustleugnung, ein zentrales Propagandamittel der Neonazis, um den Nationalsozialismus zu rehabilitieren. Das größte, wenn auch erfolglose Vorhaben, war Schönborns Versuch, 1977 zwei „Auschwitz-Kongresse“ gemeinsam mit prominenten Holocaustleugnern wie dem Wehrsportgruppen-Führer Karl-Heinz Hoffmann, dem NPD-Funktionär Udo Walendy sowie den Autoren Thies Christophersen (Die Auschwitz-Lüge, 1973) und Arthur Butz (The Hoax of the Twentieth Century, dt. Der Jahrhundertbetrug, 1976) zu veranstalten.[11] Beide „Kongresse“ wurden nach Protesten eines breiten antifaschistischen Bündnisses verboten. 

Im Zusammenhang mit dem ersten „Auschwitz-Kongress“, der mit rund 800 Anmeldungen für den 6. August 1977 in Nürnberg geplant war, entstand höchstwahrscheinlich das Flugblatt vom Juni 1977, das mit einer Belohnung von „10.000,- DM“ warb und im Vorfeld der Planungen in mehreren Versionen verteilt wurde. Es geht auf eine identische Flugblatt- und Plakataktion zurück, die Schönborn bereits im Sommer 1975 gestartet hatte. Das Flugblatt von 1977 ist jedoch das bekannteste und verdeutlicht – trotz seiner Kürze – die wesentlichen Strategien von Schönborns Holocaustleugnung im Namen des KDS.

 

Selbstreferenzen und pseudowissenschaftliche Praktiken

Im Vergleich zu anderen KDS-Veröffentlichungen erwähnte Erwin Schönborn in diesem Flugblatt die „Auschwitz-Lüge“ nicht explizit. Er versuchte dagegen auf dezentere Weise, die Existenz der Vernichtungslager als Symbol für den Holocaust zu bestreiten: einerseits durch die in Anführungszeichen gesetzten Begriffe „VERGASUNG“ und „GAS-KAMMER“, andererseits durch die hohe Belohnungssumme. Letztere suggeriert, dass eine „einwandfrei nachgewiesene ‚VERGASUNG‘“, wenn überhaupt, nur schwer zu belegen sei, und dass alle bisherigen Beweise für die Gaskammern eben nicht „einwandfrei“ seien. 

Bereits seit Ende 1977 leitete Schönborn aus der Flugblatt- und Plakataktion sogar einen weiteren „Beweis“ für die „Auschwitz-Lüge“ ab: Seit mehr als zwei Jahren hätte der KDS das Angebot von 10.000 DM in angeblich „mehr als 25 Ländern“ verbreiten lassen, ohne dass sich ein einziger Zeuge gemeldet habe.[12] Dieselbe selbstreferenzielle Strategie nutzten auch andere Holocaustleugner. Für ähnliche „Beweise“ bot etwa das pseudowissenschaftliche Institute for Historical Review in Kalifornien 1979 sogar 50.000 Dollar.[13] Auf einem Flugblatt von 1978 verwies Schönborn dagegen auf das Angebot von David Irving, für einen Nachweis, dass Hitler vom Holocaust nichts gewusst habe, 1000 Pfund zu zahlen – eine Summe, die für Schönborn „ein besserer Witz“ war.[14]

Abgesehen von dieser abenteuerlichen, pseudowissenschaftlichen Argumentation stellte Schönborn in anderen Schriften beispielsweise das Protokoll der Wannseekonferenz und das Tagebuch von Anne Frank als Fälschung dar. Bei seinen Behauptungen berief er sich neben Werken von Christophersen, Walendy und eigenen Schriften vor allem auf die in der Leugner-Szene oft zitierten, vermeintlich unverdächtigen ausländischen Autoren und „Augenzeugen“, die angeblich „einwandfrei und überzeugend beweisen, daß nicht ein einziger Jude in einem deutschen KZ ‚vergast‘ wurde“, darunter Paul Rassinier, Richard Harwood, Arthur Butz und „Josef G. Burg“ (Josef Ginsburg).[15] In den 1970er-Jahren konnten diese Männer mit ihren pseudowissenschaftlichen Praktiken vergleichsweise große Aufmerksamkeit erzielen, da in der bundesdeutschen Gesellschaft die Kenntnisse über die NS-Vernichtungspolitik trotz der Auschwitz-Prozesse weiterhin beschränkt blieben.[16]

 

Diffamierung von KZ-Zeugen, Antizionismus und Antikommunismus

Parallel zur „10.000,- DM“-Kampagne behauptete Schönborn immer wieder, dass jeder Mensch, der noch von Vergasungen in deutschen Konzentrationslagern überzeugt sei, „ein Dummkopf oder ein Verbrecher“ sei.[17] „Verbrecher“ waren für ihn vor allem die im KDS-Flugblatt von 1977 erwähnten „KZ-Zeugen“, die angeblich Meineide geschworen hätten, also wissentlich und vorsätzlich unter Eid etwas Unwahres ausgesagt hätten. Warum Schönborn „KZ-Zeugen“ aus Deutschland oder Österreich nicht diffamierte, bleibt unklar, zumal er jahrelang gegen den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Berlin, Heinz Galinski, hetzte.

Indem Schönborn die Berichte von Überlenden pauschal für unglaubwürdig erklärte, griff er einerseits das damals – auch in der westdeutschen Geschichtswissenschaft – verbreitete Vorurteil auf, Verfolgte seien keine zuverlässigen Zeugen.[18] Andererseits verknüpfte er wie viele Holocaustleugner die Vorwürfe des Meineids an anderer Stelle mit antisemitischen bzw. antizionistischen Verschwörungstheorien: Galinski und den anderen jüdischen „Verantwortlichen für die antideutsche Greuelpropaganda“ – wie etwa dem Juristen Robert Kempner und dem Nazi-Jäger Simon Wiesenthal – ginge es nicht um die „Bewältigung der Vergangenheit“, so Schönborn 1978. Ihre Ziele seien vielmehr die „Erhaltung des Staates Israel“ durch die „Lüge von den ‚6 Millionen vergasten Juden‘“ und „die Verhinderung der Wiedervereinigung Deutschlands, weil nur die Bundesrepublik gewillt – wenn auch erpreßt – und in der Lage war und ist, den Staat Israel mitzufinanzieren“.[19]

Der KDS knüpfte mit seinen Angriffen nicht nur, an die gesellschaftsfähigere Israelkritik an, sondern auch an den Antikommunismus in der Bundesrepublik. So würde die prokommunistische Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) KZ-Überlebende zu Meineiden anstiften, um von der Bundesrepublik Reparationen zu erpressen und so „dem Bolschewismus zum Siege zu verhelfen“.[20]

 

Schönborn als Akteur bei KZ-Prozessen

Mit dem Vorwurf des Meineids und der Unglaubwürdigkeit von KZ-Überlebenden zielte Schönborn auch darauf ab, laufende KZ-Prozesse zu beeinflussen. Gegen den Düsseldorfer Majdanek-Prozesses (1975–1981) organisierte er gemeinsam mit Roeder und Walendy über mehrere Jahre eine Hetzkampagne, die 1978 ihren Höhepunkt erreichte. Mit Flugblättern sollte das Prozesspublikum überzeugt werden, dass der Massenmord in den Gaskammern eine Lüge sei.[21]

Noch dreister traten Schönborn und der KDS im Oktober 1977 beim Aschaffenburger Prozess um Mordaktionen im Auschwitz-Nebenlager Jaworzno auf. Vor der Vernehmung des ersten Zeugen aus Israel verteilten KDS-Anhänger*innen Flugblätter, auf denen sie erneut 10.000 DM Belohnung „für jede einwandfrei nachgewiesene Vergasung“ boten, gleichzeitig aber den Holocaust als „größte Lüge der Weltgeschichte“ bezeichneten.[22] Mit der Behauptung, der Zeuge habe das Gericht belogen, gelang es Schönborn sogar, selbst in den Zeugenstand geladen zu werden und von dort aus seine Propaganda öffentlichkeitswirksam zu verbreiten.[23] Außerdem bezichtigte der KDS die Zeugen aus Israel nicht nur öffentlich des Meineids, obendrein versuchte er sie offenbar zu Falschaussagen zu bewegen, indem er sie durch anonyme Anrufe und auch im Gerichtsgebäude bedrohte.[24]

 

Das Ende von Schönborn und dem KDS

Nach diesem Höhepunkt an öffentlicher Aufmerksamkeit verloren Schönborn, der KDS und seine anderen Gruppierungen in den nächsten Jahren schnell an Bedeutung. Wegen einer verpatzten Großdemonstration gegen eine VVN-BdA-Kundgebung scheint er „in Kreisen der Neonazis erheblich an Ansehen“ verloren zu haben, so der Verfassungsschutz 1978.[25]

Ab 1978 folgten bis in die 1980er-Jahre mehrere Gerichtsverfahren gegen Schönborn, die zum Teil mit Freisprüchen, aber auch mit mehreren Verurteilungen zu Haftstrafen von bis zu zwei Jahren endeten. Da seine Person so eng mit dem KDS verbunden war, bedeutete die mehrfache Haftzeit auch dessen Ende. Schönborn erklärte den KDS für aufgelöst und versuchte noch, die grüne Bewegung zu unterwandern, indem er seine Anhänger*innen aufforderte, der Bürgerinitiative Grüne Aktion Deutschland beizutreten. Im Unterschied zu den anderen beiden Figuren des neonazistischen „Dreigestirns“, Roeder und Christophersen, spielte Schönborn selbst jedoch bei den Initiativen der Holocaustleugner*innen in den 1980er-Jahren bis zu seinem Tod 1989 keine Rolle mehr.
 


[1] Vgl. Ulrich Herbert, Holocaust-Forschung in Deutschland: Geschichte und Perspektive einer schwierigen Disziplin, in: Frank Bajohr/Andrea Löw (Hg.), Der Holocaust. Ergebnisse und neue Fragen der Forschung, Frankfurt a.M.: Fischer, 2015, S. 31–79, hier S. 42f.

[2] Auch abgedr. in Henryk M. Broder, Deutschland erwacht. Die neuen Nazi-Aktionen und Provokationen, Bornheim-Merten: Lamuv, 1978, S. 84.

[3] Vgl. zur Biografie Schönborns: Richard Stöss, Vom Nationalismus zum Umweltschutz. Die Deutsche Gemeinschaft/Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher im Parteiensystem der Bundesrepublik, Opladen: Westdeutscher Verlag, 1980, S. 167f.; Martin Finkenberger, Erwin Schönborn (1914–1989). „Ich war, ich bin und ich bleibe ein Nationalsozialist“, in: Gideon Botsch/Christoph Kopke/Karsten Wilke (Hg.), Rechtsextrem: Biografien nach 1945, Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg, 2023, S. 403–412, https://doi.org/10.1515/9783111010991-022.

[4] BVN-Charlottenburg, Protokoll der Bezirksgruppenversammlung, 12.5.1954, Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Sammlung BVN, ZDWV 53, zit. nach Gerd Kühling, Kampf gegen Nazis im West-Berlin der 1950er Jahre. Das Referat Neofaschismus und der Kampfbund gegen den Nazismus, in: Zeitgeschichte-online, Januar 2021, https://zeitgeschichte-online.de/themen/kampf-gegen-nazis-im-west-berlin-der-1950er-jahre (letzter Zugriff: 28.4.2022).

[5] Vgl. Gideon Botsch, Die extreme Rechte in der Bundesrepublik Deutschland 1949 bis heute, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2012, S. 74.

[6] Fabian Virchow, „Auschwitz muß weg“, in: Jens Mecklenburg (Hg.), Antifa Reader. Antifaschistisches Handbuch und Ratgeber, Berlin: Elefanten-Press, 1996, S. 208–220, hier S. 209.

[7] Vgl. Michael Sturm, Schicksal – Heldentum – Opfergang. Der Gebrauch von Geschichte durch die extreme Rechte, in: Martin Langebach/Michael Sturm (Hg.), Erinnerungsorte der extremen Rechten, Wiesbaden: Springer, 2015, S. 17–60, hier S. 43.

[8] Vgl. Botsch, Rechte, S. 74.

[9] Verfassungsschutzbericht der baden-württembergischen Landesregierung 1975/76, Stuttgart 1976, S. 24, Verfassungschutzberichte.de, https://verfassungsschutzberichte.de/baden-w%C3%BCrttemberg/1975 (letzter Zugriff: 21.02.2023); vgl. auch ähnlich: Betrifft: Verfassungsschutz 1975. Rechts- und linksextremistische Bestrebungen. Spionageabwehr. Sicherheitsgefährdende Bestrebungen von Ausländern, Bonn 1975, S. 31–34, ebd., https://verfassungsschutzberichte.de/bund/1975 (letzter Zugriff: 21.02.2023).

[10] Schönborn auf einer Veranstaltung am 11.4.1975 in den Frankfurter Gildestuben, zit. nach Rudolf Schneider/Heinz Brüdigam, Die SS ist ihr Vorbild. Neonazistische Kampfgruppen und Aktionskreise in der Bundesrepublik, Frankfurt a.M.: Röderberg, 1981, S. 135.

[11] Vgl. Virchow, Auschwitz, S. 210; Ulrich Chaussy, Das Oktoberfest-Attentat und der Doppelmord von Erlangen. Wie Rechtsterrorismus und Antisemitismus seit 1980 verdrängt werden, 3. Aufl., Berlin: Ch. Links, 2020, S. 268–270.

[12] KDS-Flugblatt, 23.10.1977, antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e.V. (apabiz), Nachlass Stöss, Schönborn Verschiedenes, Bd. IV: FKDS und KDS.

[13] Vgl. Christian Mentel, Institute for Historical Review (USA), in: Wolfgang Benz (Hg.), Handbuch des Antisemitismus, Bd. 5: Organisationen, Institutionen, Bewegungen, Berlin/Boston: De Gruyter Saur, 2013, S. 328–330, hier S. 329.

[14] KDS-Flugblatt, 19.7.1978, apabiz, Nachlass Stöss, Schönborn Verschiedenes, Bd. IV: FKDS und KDS.

[15] KDS-Flugblatt, April 1977, sowie auch 23.10.1977 und 19.7.1978, apabiz, Nachlass Stöss, Schönborn Verschiedenes, Bd. IV: FKDS und KDS.

[16] Vgl. Sturm, Schicksal, S. 45.

[17] KDS-Flugblatt, Feb. 1978, apabiz, Nachlass Stöss, Schönborn Verschiedenes, Bd. IV: FKDS und KDS.

[18] Vgl. Dominik Rigoll, Public History von links nach rechts. Zur De:Nationalisierung des Zeithistorischen in Besatzungszeit und Bundesrepublik, in: Frank Bösch/Stefanie Eisenhuth/Hanno Hochmuth (Hg.), Public Historians. Zeithistorische Interventionen seit 1945, Göttingen: Wallstein, 2021, S. 87–105, hier S. 97; Nicolas Berg, Lesarten des Judenmords, in: Ulrich Herbert (Hg.), Wandlungsprozesse in Westdeutschland: Belastung, Integration, Liberalisierung 1945-1980, Göttingen: Wallstein, 2002, S. 91–139, hier S. 91.

[19] KDS-Flugblatt, ca. Juli 1978, Bundesarchiv-Militärarchiv Freiburg, BH 1-10948. Bereits 1976 hatte Schönborn über ein Flugblatt des KDS zu einer Demonstration in Frankfurt gegen Robert Kempner aufgerufen, dem er u.a. die angebliche „Fälschung des WANNSEEPROTOKOLLS“ vorwarf, vgl. KDS-Flugblatt, ca. 1976, abgedr. in: Broder, Deutschland erwacht, S. 82.

[20] KDS-Flugblatt, 18.4.1975, apabiz, Nachlass Stöss, Schönborn Verschiedenes, Bd. IV: FKDS und KDS.

[21] Antje Langer, Majdanek-Prozess, in: Torben Fischer/Matthias N. Lorenz (Hg.), Lexikon der „Vergangenheitsbewältigung“ in Deutschland. Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945, Bielefeld: transcript, 2015, S. 225–227, hier S. 227; Heiner Lichtenstein, Majdanek. Reportage eines Prozesses, Frankfurt a.M.: Europäische Verlagsanstalt, 1979, S. 148.

[22] Nürnberger Nachrichten, 12.10.1977, apabiz, Nachlass Stöss, Schönborn Verschiedenes, Bd. IV: FKDS und KDS.

[23] Vgl. Aschaffenburger Volksblatt, 15.10.1977, apabiz, Nachlass Stöss, Schönborn Verschiedenes, Bd. IV: FKDS und KDS.

[24] Vgl. Schneider/Brüdigam, SS, S. 137.

[25] Betrifft: Verfassungsschutz 1978. Rechtsextremismus. Linksextremismus. Spionageabwehr. Sicherheitsgefährdende und extremistische Bestrebungen von Ausländern, Bonn 1979, S. 36, https://verfassungsschutzberichte.de/bund/1978 (letzter Zugriff: 21.2.2023).

Digital Object Identifier
2986
Auswahlbibliografie
  • Die extreme Rechte in der Bundesrepublik Deutschland 1949 bis heute (Geschichte kompakt), Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2012.

  • Henryk M. Broder, Deutschland erwacht. Die neuen Nazi-Aktionen und Provokationen, Bornheim-Merten: Lamuv, 1978.

  • Rudolf Schneider/Heinz Brüdigam, Die SS ist ihr Vorbild. Neonazistische Kampfgruppen und Aktionskreise in der Bundesrepublik, Frankfurt a.M.: Röderberg, 1981.

  • Michael Sturm, Schicksal – Heldentum – Opfergang. Der Gebrauch von Geschichte durch die extreme Rechte, in: Martin Langebach/Michael Sturm (Hg.), Erinnerungsorte der extremen Rechten, Wiesbaden: Springer, 2015, S. 17–60.

  • Fabian Virchow, „Auschwitz muß weg“, in: Jens Mecklenburg (Hg.), Antifa Reader. Antifaschistisches Handbuch und Ratgeber, Berlin: Elefanten Press, 1996, S. 208–220.

Erscheinungsdatum

Chronologie

Zitationsempfehlung

Jakob Saß, Angriff auf die NS-Aufarbeitung: Ein Flugblatt vom neonazistischen Kampfbund deutscher Soldaten, in: Die radikale Rechte in Deutschland, 1945–2000. Eine kommentierte Online-Quellensammlung, 28.11.2025, https://radikale-rechte.de/comment/028-sass-kds-flugblatt, https://doi.org/10.14765/zzf.dok-2988.

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